Turnierhundesport

 

Der Turnierhundesport wurde vor über 25 Jahren ins Leben gerufen, um allen Hundeführern eine Möglichkeit zu bieten, mit ihrem Vierbeiner Sport zu treiben, egal welche Größe oder Rasse.

Er setzt sich aus verschiedenen Wettkämpfen zusammen:

1.   Vierkampf

2.   Vierkampf II (noch in Erprobung)

3.   Hindernislauf

4.   CSC (Combinations-Speed-Cup)

5.   Geländelauf

Turnierhundesport (THS) ist eine Leichtathletikleistung des Hundeführers (HF) und Spaß für den Hund, denn hier wird Körper und Geist gefördert. Ein sportlich leistungsfähiger HF mit einem wendigen, schnellen Hund - wie z. B. dem Australian Shepherd - kann Höchstleistungen erzielen. Voraussetzung ist eine gute Zusammenarbeit und Verständigung zwischen HF und Hund. So konnte Frank Gonser vom VdH Eningen mit seinem zweijährigen Aussie „Sandy Creeks Joe Cody“ auf der Südwestdeutschen Meisterschaft 1999 in Neckargartach/Neckarsulm im Hindernislauf die beste Laufzeit (9,67/ 9,64 Sek. auf 75 m) des Tages erreichen.

Der Hund  muß 12 Monate sein, um an einer Prüfung teilnehmen zu dürfen, man sollte jedoch schon früher anfangen, den Hund mit den Hindernissen vertraut zu machen. Wichtig ist, daß der Hund nicht zu früh hohe Sprünge bewältigt, um seine Gesundheit nicht zu gefährden.

Für die HF gibt es keine Alterseinschränkung. Sie werden im Wettkampf in männlich/weiblich sowie in Altersklassen eingeteilt.

Der vielseitigste Wettkampf des THS ist der Vierkampf. Er besteht aus Gehorsam, Hürdenlauf, Slalom und Hindernislauf. Im Gehorsam werden folgende Übungen nach einem bestimmten Schema (ähnlich Begleithundeprüfung) gezeigt: Leinenführigkeit, Freifolge, Sitzübung, Platzübung. Beim Hürdenlauf muß der Hund drei hintereinander aufgestellte, 40 cm hohe Hürden überwinden, wobei die Schwierigkeit nicht im Sprung besteht, sondern im genau parallelen Lauf von HF und Hund, da es sonst Fehlerpunkte gibt. Im Slalom kommt es auf eine gute Technik an. Es wird ein 75 m langer Slalomkurs, bestehend aus 7 Toren einschl. Start und Ziel, durchlaufen, für Fehler gibt es wieder Strafpunkte. Beim Hindernislauf müssen auf einer Strecke von 75 m acht verschiedene Hindernisse vom Hund bewältigt werden. Die Hindernisse stehen immer in der gleichen Reihenfolge (Hürde, Treppe/Schrägwand, Tunnel, Laufdiel, Tonne, Reifen, Hoch-Weit-Sprung, Hürde). Alle Laufdisziplinien können sowohl mit als auch ohne Leine gezeigt werden, wird in Freifolge vorgeführt, bekommt man je 10 Bonuspunkte für Hürdenlauf und Slalom. Jeder Lauf muß zweimal gezeigt werden, Fehler und Zeiten werden addiert. Es gilt jeweils die Zeit des Partners, der als letzter durchs Ziel läuft.

Im Jahr 1999 wurde erstmals eine neue Form des Vierkampfes erprobt, um besonders fortgeschrittenen Teams eine neue Aufgabe zu bieten. Im VK II wird die komplette Gehorsamübung in Freifolge vorgeführt, zusätzlich ist eine „Steh“- Übung zu zeigen. Beim Hürdenlauf muß der HF mit seinem freifolgenden Hund auf einer Laufstrecke von 40 m drei hintereinander aufgestellte 50 cm hohe und 200 cm breite Hürden gemeinsam überspringen, HF und Hund bewältigen ein Wendetor und legen die gleiche Laufstrecke bis zur Startlinie noch einmal zurück. Der Hürdenlauf erfolgt hier daher nur in einem Durchgang.

Der Hindernislauf kann als separater Wettkampf gelaufen werden. Dann werden bei Hunden über 50 cm verschiedene Hindernisse etwas erhöht. Dieser Lauf kann auch von einem Anfänger schon bald bewältigt werden.

Der Combinations-Speed-Cup (CSC) kann als Einzel- oder Mannschafts-Wettkampf durchgeführt werden. Er setzt sich aus Elementen des Vierkampfs zusammen. Zusätzlich kommen noch, um die Attraktivität zu erhöhen, typische CSC-Geräte hinzu. Eine Mannschaft besteht aus drei Teams, die (wie bei einem Staffellauf) drei verschiedene Sektionen hintereinander bewältigen müssen. Im Einzelwettkampf durchläuft ein Team den gesamten CSC-Parcours - das verlangt eine gute Kondition des Hundeführers!

Für ausdauernde Läufer ist der Geländelauf mit dem Hund interessant. Es kann eine Strecke über 2000 m oder 5000 m gelaufen werden. Der Hund ist hierbei an der Leine zu führen. So konnte z. B. Peter Hochstetter (ebenfalls VdH Eningen) mit seinem Briard „Etienne“ auf der Südwestdeutschen Meisterschaft im 2000 m-Geländelauf eine Laufzeit von 5,55 Minuten erreichen.

Wer sich für den Turnierhundesport interessiert, kann sich an folgende Adresse wenden, um Anschriften über Übungsplätze in seiner Nähe zu erhalten:

http://www.dhv-hundesport.de/

 

© 2000 Tanja Gonser, Susanne Oehler