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Australian
Shepherd Zuchtstandard |
ASCA
*1), *2) (Australian Shepherd Club of America),
gültig seit 15. Januar 1977
AKC
*3) (American Kennel Club of America), gültig
seit 1. Januar 1993
(besondere
Abweichungen ASCA : AKC sind unterstrichen dargestellt)
Allgemeines
Erscheinungsbild:
(ASCA) Der Australian Shepherd ist ein gut ausgeglichener Hund mittlerer Größe und Knochenstärke. Er ist aufmerksam und leistungsbereit, zeigt Stärke und Vitalität vereint mit außergewöhnlicher Beweglichkeit. Etwas länger als hoch, hat er ein Fell von mittlerer Länge und Härte, dessen Färbung von Hund zu Hund variiert und somit jedem Hund eine eigene Individualität verleiht. Eines der typischen Charakteristika ist die von Natur aus kurze Stummelrute bzw. kupierte Rute *4). Der Unterschied zwischen Rüde und Hündin ist deutlich erkennbar.
(AKC)
Der Australian Shepherd ist ein intelligenter Arbeitshund mit starken Hüte- und
Schutzinstinkten. Er ist ein treuer Gefährte und hat die Ausdauer, den ganzen
Tag zu arbeiten. Er ist gut ausgeglichen, etwas länger als hoch, von mittlerer
Größe und Knochenstärke mit einer Färbung, welche in ihrer Vielfältigkeit
Individualität verleiht. Er ist aufmerksam und lebhaft, wendig und flink und
sein Körper ist fest und muskulös ohne lose Haut. Er hat ein Fell von
moderater Länge und Beschaffenheit. Er hat einen kupierten
*4) oder natürlichen
Stummelschwanz.

Charakter:
(ASCA)
Der Australian Shepherd ist intelligent; er ist in erster Linie eine Arbeitshund
mit starkem Hüte- und Beschützerinstinkt. Er ist ein außergewöhnlicher
Begleiter. Vielseitig und leichtführig erfüllt er die ihm gestellten Aufgaben
mit großer Souveränität und Begeisterung. Fremden gegenüber ist er zurückhaltend,
zeigt aber keine Scheu. Obwohl er ein furchtloser und beherzter Arbeiter ist,
wird Bösartigkeit gegenüber Menschen oder anderen Tieren nicht geduldet.
(AKC)
Der Australian Shepherd ist ein intelligenter, aktiver Hund mit ausgeglichenem
Wesen. Er ist gutmütig, selten streitsüchtig. Er kann sich anfangs bei
Begegnungen etwas reserviert verhalten.
Fehler:
jedes Anzeichen von Scheu, Angst oder Aggression.
Kopf:
(ASCA)
Wohlgeformt, stark, trocken *5) und im richtigen Verhältnis zum Körper.
Der obere Schädelknochen ist flach bis leicht gewölbt, seine Länge und
Breite entsprechen der Länge der Schnauze, die mit dem Rest des Kopfes in einem
ausgeglichenen Verhältnis steht. Die Schnauze verjüngt sich zu einer leicht
gerundeten Nasenspitze. Der Stop ist mässig ausgeprägt aber deutlich
erkennbar.
(AKC)
Die Gesamtgröße des Kopfes soll in Proportion
des Körpers stehen. Die Schnauze ist in ihrer Länge gleich oder etwas kürzer
als der Oberkopf. Von der Seite betrachtet verlaufen die Konturen des
Oberkopfes und der Schnauze parallel, unterteilt durch einen moderaten, klar
ausgeprägten Stop. Der Australian Shepherd zeigt Aufmerksamkeit und
Intelligenz, ist lebhaft und arbeitseifrig. Sein fester Blick soll eifrig, aber
freundlich sein.
a)
Zähne
(ASCA) Ein vollständiger Satz kräftiger, weißer Zähne greift genau ineinander (Scherengebiß). Ein Zangengebiß ist ein Fehler. Durch einen Unfall beschädigte oder fehlende Zähne werden nicht beanstandet.
Fehler: Unter- oder Übergebiß von mehr als 1/8 inch (ca. 3 mm).
(AKC) Ein vollzahniges Scherengebiß mit kräftigen, weißen Zähnen oder ein Zangengebiß.
Fehler: Unterbiß; Überbiss von mehr
als 1/8 inch. Verlust des Kontakts, verursacht durch kurze mittlere Schneidezähne
in einem sonst korrekten Gebiß, soll nicht als Vorbiß beurteilt werden.
Durch einen Unfall beschädigte oder fehlende Zähne werden nicht beanstandet.
b)
Augen
(ASCA)
Sehr ausdrucksvoll, zeigen Aufmerksamkeit und Intelligenz. Klar, mandelförmig,
von mittlerer Größe in leicht spitzem Winkel gestellt, weder
hervortretend, noch eingesunken, mit gut erkennbaren, dunklen und zentrierten
Pupillen. Die Farbe ist braun, blau, bernsteinfarben oder jede Variation
oder Kombination, auch gesprenkelt und marmoriert.
(AKC):
im AKC wird die Position der Augen und der Pupillen nichts beschrieben *6)
c)
Ohren
(ASCA)
Hochangesetzt an der Seite des Kopfes, dreieckig mit leicht runder
Spitze, von moderater Größe. Die Länge wird gemessen, indem man die Spitze
des Ohres zur inneren Seite des Auges bringt. Die Ohren fallen bei voller
Aufmerksamkeit leicht nach vorne; die Spitze hängt dabei zu ¼ bis ½ herab.
Aufstehende Ohren oder ganz flach liegende Ohren wie beim Jagdhund sind schwere
Fehler.
(AKC):
... Ohren sind hoch angesetzt....
Hals
und Körper
(ASCA)
Der Hals ist kräftig, dabei wohlgeformt und im richtigen Verhältnis zum Körper.
Er ist von mittlerer Länge, sitzt gut in der Schulter und beschreibt auf dem
Scheitel einen leichten Bogen. Der Körper ist kräftig und muskulös. Die
Oberlinie wirkt bei einer natürlichen rechtwinkligen Haltung gerade. Die Brust
ist tief und ebenfalls kräftig mit gut gewölbten Rippen. Die Lende ist von
oben betrachtet stark und breit. Die Unterlinie unterstützt das Gebäude und
zieht sich im hinteren Teil leicht nach oben. Die Kruppe fällt leicht nach
hinten ab, ideal wären 30 Grad Abweichung von der gedachten Horizontalen. Die
Rute ist gerade, nicht länger als 4 inches (ca. 10 cm) und entweder von Natur
aus kurz oder kupiert. *7)
(AKC)
Festes Gebäude mit moderaten Knochen. Ihre Beschaffenheit bei Rüden
reflektiert Maskulinität ohne grob zu wirken. Hündinnen erscheinen feminin
ohne leichtknochig zu sein. Oberlinie: der Rücken ist gerade und kräftig, mit
einer ebenen und festen Linie vom Widerrist bis zu den Hüftgelenken. Die Kruppe
ist moderat abfallend. *7)
Vorderhand
(ASCA)
Die Schulterblätter (scapula) sind lang und flach, eng am Widerrist angesetzt
und liegen bei natürlichem Stand etwa 2 Finger breit auseinander; sie sind gut
abgeschrägt in einem 45 Grad Winkel zum Boden. Der Oberarmknochen (humerus)
verläuft ungefähr im rechten Winkel zur Schulterlinie, wobei die Vorderläufe
gerade und senkrecht zum Boden stehen. Das Ellbogengelenk ist von Boden und
Wiederrist gleich weit entfernt. Die Beine sind gerade und kräftig, die Fesseln
sind kurz, fest und kräftig, aber trotzdem flexibel; von der Seite betrachtet
zeigen sie einen leichten Winkel. Die Pfoten sind oval und kompakt, mit eng
beieinanderstehenden gut gebogenen Zehen. Die Fußballen sind dick und federnd,
die Nägel kurz und kräftig. Die Daumenkrallen können entfernt werden. *8)
(AKC)
Der Brustkorb ist nicht breit aber tief, erreicht mit seinem niedrigsten Punkt
den Ellbogen. Die Rippen sind gut gewölbt und lang, weder tonnen- noch plattenförmig.
Die Unterlinie zeigt einen moderat hochgezogenen Bauch. *9)
Hinterhand:
(ASCA)
Die Breite der Hinterhand entspricht ungefähr derjenigen der Vorderhand im
Bereich der Schulter. Die Winkelstellung zwischen Oberschenkelknochen (femur)
und Becken entspricht der Winkelstellung zwischen Schulterblatt und
Oberarmknochen; sie bilden etwa einen rechten Winkel. Die Kniegelenke sind gut
ausgebildet, die Sprunggelenke beschreiben einen leichten Bogen. Die Mittelfußknochen
sind kurz, senkrecht zum Boden stehend und von hinten betrachtet zueinander
parallel. Die Pfoten sind oval und kompakt, mit eng beieinander stehenden,
leicht bogenförmigen Zehen. Die Fußballen sind dick und federnd, die Nägel
kurz und Kräftig. Die großen Zehen (Wolfskrallen) sind entfernt.
Fell:
(ASCA)
Von normaler Struktur, glatt oder leicht gewellt, wetterbeständig, von
mittlerer Länge mit Unterwolle. Die Dichte der Unterwolle variiert je nach
Klima. Das Haar auf dem Kopf, an den Außenseiten der Ohren, den Vorderseiten
der Vorderbeine und unterhalb des Sprunggelenks ist kurz und glatt. Das Haar an
den Rückseiten der Vorderbeine ist moderat befedert. Die „Hosen“ an den
Hinterbeinen sind von moderater Fülle. Der Kragen ist moderat lang und füllig,
bei Rüden ausgeprägter als bei Hündinnen. Untypisches Fell ist ein schwerer
Fehler. *10)
Farbe:
(ASCA)
Alle Farben sind kräftig, klar und voll. Die anerkannten Farben sind blue-merle,
solid red (einfarbig leberfarben), red merle, solid black, alle mit oder ohne
weißen und/ oder kupferfarbenen Abzeichen, wobei die Aufzählung keine
Einstufung ausdrücken soll. Bei den Farben blue merle und black sind Nase,
Lippen und Augenränder schwarz pigmentiert, bei red merle und red sind diese
red (leberfarben). Eine (pinkfarbene, teilweise unpigmentierte) „Butterfly
nose („Schmetterlingsnase“) sollte bei Tieren unter einem Jahr nicht
beanstandet werden. Bei allen Fell-Farben sind die Bereiche um Ohren und Augen
dominiert von anderen Farben als Weiß. Der weiße Haaransatz eines Kragens darf
nicht über den Widerrist hinausreichen.
Fehler:
Andere als die erlaubten Farben,
weiße Flecken auf dem Rumpf,
komplett unpigmentierte Nase (Dudley nose)
(AKC) Bei den Merles sind kleine pinkfarbene Flecken auf der Nase zulässig. Sie dürfen sich jedoch aber einem Alter von einem Jahr nicht über mehr als 25 Prozent der Nase ausdehen. Weiß ist akzeptabel am Hals (teilweise oder als volle Halskrause), der Brust, der Schnauze, den unteren „Hosen“, einer Blesse am Kopf sowie eine Ausdehnung von der Unterpartie hinauf bis zu vier inches (10 cm) gemessen von der horizontalen Linie in Höhe des Ellbogens. Weiß am Kopf soll nicht vorherrschen und die Augen müssen völlig umgeben sein von Farbe und Pigment. Merles werden charakteristischerweise dunkler mit zunehmendem Alter.
Fehler: Weiße Körperflecken (Weiß am Körper zwischen dem Widerrist und der Rute, an den Seiten zwischen den Ellbogen und der Rückseite der Hinterhand bei allen Farben)


Bewegung:
(ASCA)
Fließend, frei und leicht. Flinke Bewegungen, gepaart mit einem ausgeglichenen,
raumgreifenden Schritt. Die Vorder- und Hinterläufe bewegen sich gerade und
parallel zur Mittellinie des Körpers. Bei höherer Geschwindigkeit verlagert
sich der Auftrittspunkt der Vorder- und Hinterläufe immer mehr zum Schwerpunkt
des Hundes, während die Rückenlinie fest und gerade bleibt. *11)
Größe:
(ASCA)
Die optimale Größe für Rüden ist 20-23 inches (ca. 50-58 cm), vom Boden zum
Widerrist, für Hündinnen 18-21 inches (ca. 45-53 cm). Die Qualität sollte
aber nicht der Größe zum Opfer fallen.
Andere
Fehler:
Monorchismus
und Cryptorchismus (Fehlen eines oder beider Hoden beim Rüden)
Übersetzt
aus dem
Breed Standard ASCA (Australian Shepherd Club Of America)
Breed Standard AKC (American Kennel Club bzw. FCI)
Für
Übersetzungsfehler wird nicht gehaftet.
©
Susanne Oehler, 2002
*1)
Ältester und größter zuchtbuchführender Verein alleinig für
den Australian Shepherd; davor wurden Aussies im National Stog Dog Registry geführt
(NSDR)
*2)
Anerkannt vom CKC (Canadian
Kennel Club) und UKC (United Kennel Club America)
*3)
Anerkannt vom FCI (1996) und ASCUK (Aussie Club of United Kingdom)
*4) In Deutschland besteht seit dem 1.6.1998 ein Kupierverbot und seit dem 1.5.2002 ein Ausstellungsverbot für Hunde, die nach dem 1.6.1998 im In- und Ausland kupiert worden sind.
*5)
frei von lockerer Haut und Fettpolster
*6) Die Position der Augen ist sehr wichtig für die z. T. gefährliche Arbeit, um Verletzungen weitgehendst vorbeugen zu können. Ein mäßig gebogenes Jochbein und leicht schräg gestellte Augen ermöglichen einen großen Blickwinkel. Dieser ist für den am Vieh arbeitenden Aussie sehr wichtig, um rechtzeitig reagieren zu können auf Hörner oder ausschlagende Hufe. Die Position der Pupillen wird im AKC ebenfalls nicht beschrieben, was angesichts der möglichen Augenerkrankungen beim Aussie die objektive Beurteilung erleichtern würde.
*7)
Abweichungen von einer mäßig abfallenden Kruppe erschweren eine
Schwerpunktverlagerung, die bei schnellen Drehungen auf der Hinterhand
erforderlich ist. Abweichungen von einem festen, kräften Rücken führen zu übermässigem
Energieverbrauch.
*8)
In Deutschland ist das Entfernen der Daumenkrallen an den Vorderbeinen verboten
und nur nach medizinischer Indikation erlaubt!
*9)
Abweichungen von einer schrägen Schulter verhindern einen kraftsparenden,
freien und ausgreifenden Trab. Selbst eine gut gewinkelte Hinterhand kann dies
verhindern, wenn die Schulter zu steil gelagert ist. Kompakte Ballen mit gut
geschlossenen Zehen, also keine gespreizten „Pranken“, verringern die
Verletzungsgefahr und schonen Bänder und Gelenke. Ebenso können sich weniger
Fremdkörper einlagern, was für einen reibungslosen Arbeitsablauf wichtig ist
(Steine, Schlamm/ Schneeklumpen usw.).
*10) Zu viel, zu dichtes und zu langes Fell behindert den Aussie bei seiner Arbeit; es lässt ihn schneller ermüden und es können sich eher Fremdkörper wie Kletten, Schmutz, Grassamen, kleine Zweige usw. festsetzen. Es wird bei Nässe schwerer und bei Hitze muß der Körper vermehrt „runterkühlen“, was ihn weniger ausdauernd macht.
*11) Das Gangwerk des Aussies spielt eine sehr große Rolle, bedenkt man, für welche Arbeiten er eigentlich gezüchtet wurde. Für das Hüten großer Herden von mitunter mehreren hundert Tieren, bei unterschiedlichem Gelände und Bodenbeschaffenheit, den ganzen Tag, mitunter legte er insgesamt bis zu 60, 80 km zurück. An den Körper werden Höchstforderungen gestellt, auch was die Wendigkeit anbelangt und die blitzschnelle Beschleunigung aus dem Stand auf Höchstgeschwindigkeit. Harmonieren die Vorderhand, Mittelhand und Hinterhand nicht miteinander, wird der Aussie in seiner Leistungsfähigkeit und Ausdauer beeinträchtigt und unnötig viel Kraft brauchen bzw. schneller verschleißen.
